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Das Pouring und ich (Teil 1)

Nun, wenn ich ganz ehrlich bin, dann muss ich da in den Tiefen meiner Erinnerung echt weit suchen gehen...

Denn mittlerweile fühlt sich das sich-Beschäftigen-mit meiner Pouring Kunst, wie auch mit jeder anderen Form von Kunst, so was von normal an, dass mich die Frage nach der Quelle des "Übels" 😊 ganz schön ins Straucheln bringt.


Definitiv kann ich sagen, dass ich mir alles per 'learning by doing' selbst beigebracht habe; also autodidaktisch. Somit war ich Lehrer wie auch Schüler in einer Person.


Aber erst mal ganz von vorne:

Bei meinem Vater wurde zu Beginn des Jahres 2020 ein Glioblastom diagnostiziert. Das ist der häufigste bösartige hirneigene Tumor bei Erwachsenen (Quelle: Wikipedia).

Von den vorausgesagten 3-6 Monaten restlicher Lebenszeit, hat er mit viel Anstrengung 9 Monate geschafft. Leider hat ihn dieser Tumor charakterlich komplett verändert. Das war die schwierigste Zeit in meinem Leben, vermutlich für alle, die mit ihm zu tun hatten, hauptsächlich jedoch für meine Mutter.

Tatsächlich habe ich meinen Vater, der mein Vorbild war und mit dem ich viele gleiche oder ähnliche Interessen verbunden habe, schon irgendwo mittendrin, in diesen letzten 9 Monate verloren. Es war einfach nur grausam...


Für mich als Einzelkind war das ein echt mieser Zug des Schicksals, der mein damaliges easy-peasy-Leben aus den Angeln gehoben hat. Dieses Leben zerbrach in viele Scherben und ich musste lernen es neu zusammensetzen.


Dieses Zusammensetzen hat in dieser Zeit meinen Hang zur Kreativität wieder ans Licht gebracht. Das kreative Arbeiten mit meinen Händen habe ich schon immer geliebt. Sei es die Fotografie gewesen, das Herstellen von Möbeln aus Holzpaletten oder das Zeichnen. Bis dahin hatte ich aber alles unter irgendwelchen alltäglichen Aufgaben vergraben.


Die Frage nach der Sinnhaftigkeit solch eines Todes, wie der meines Vaters, hat mich sehr oft begleitet. Das Wertschätzen dessen, was man ist und was man hat (nichts Materielles ist hier gemeint, sondern das was in Dir drin ist, in Deinem Herzen, Deinem Bewusstsein und Deiner Seele), sieht man dann aus anderen Blickwinkeln. Meine eigene Erwartungshaltung an mich hat sich seit damals verändert.


So kam, denke ich unbewusst, der Wunsch bei mir auf, wieder mehr für mich zu machen.

Den Alltag und seinen Stress zeitweise hinter mich zu lassen. Zeit für mich zu nehmen und auch nur für mich zu nutzen. Denn mir war klar, es kann jederzeit rum sein mit mir, einfach so, ungefragt!

Also habe ich den U-Turn eingeschlagen, alle Scherben von mir aufgesammelt und versucht unter neuen Sichtweisen zusammen zu setzen.


In dieser Zeit bin ich vor Weihnachten 2020, als wir lt. den Politikern und den Medien auf eine große Corona-Infektionswelle zugingen, auf YouTube gelandet und habe dort die ersten Videos über das Pouring entdeckt.


Danach war für mich klar: ICH. WILL. DAS. AUCH. MACHEN. UND. KÖNNEN.


(Pouring im Englischen, heißt auf Deutsch: gießen. Meinem Verständnis nach, bedeutet Pouring, das Gießen von Farbe: Acrylfarbe kann hier mit div. Pouring Medien/Wasser uvm. vermischt werden, um im Anschluss daran z.B. auf Leinwände, Holzmaluntergründe, Fliesen, Pappbuchstaben etc. aufgegossen zu werden.)


Das war der Zeitpunkt als ich Pouring-Infiziert wurde! 🥰


Zu Beginn von 2021 entstanden dann meine ersten Bilder noch in meinem Wohnzimmer. Was vereinzelt übriggebliebene Farbspritzer bezeugen können.😂 Allerdings entdeckte ich, wie alle Pouring Künstler das auch in deren Videos kommunizierten 😉, dass Pouring schnell mal eine recht "dreckige" Angelegenheit werden kann. Und zum Schutz viel Folie, Handschuhe und die entsprechenden Klamotten benötigt werden. (Das ist wie bei den Kindern, erst wenn diese beim Fahrradfahren hinfallen und sich das Knie oder Kinn aufschürfen, verstehen sie, warum sie mal lieber auf die Erwachsenen gehört hätten, die ihnen gesagt haben, beim Radfahren nach vorne zu schauen!)


Somit wanderte ich in unseren Keller und schuf mir auf der kleinen eisernen Werkbank meines Vaters ein kleines Plätzchen, um dort weiterhin Pouring machen zu können.

Mein allererstes YouTube Video ist hier auf diesem Plätzchen entstanden:


'Vorbereiten einer gekauften Leinwand' https://youtu.be/qmCvxaPC94c


Kein berauschendes Video, aber darum geht's mir hier auch nicht, sondern auf welch kleinem Raum alles gebann...


Fortsetzung folgt...



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